Die Entwicklung leistungsfähiger Large Language Models (LLMs) stellt hohe Anforderungen an Rechenkapazitäten und Energieeffizienz. Während weltweit führende Technologieunternehmen auf eigene Supercomputer und spezialisierte Rechenzentren setzen, muss Europa seine strategischen Kapazitäten im High-Performance Computing (HPC) gezielt ausbauen, um im globalen Wettbewerb mithalten zu können.
Moderne LLMs sind nicht nur datenintensiv, sondern auch extrem rechenaufwendig. Ihre Entwicklung und der anschließende Betrieb erfordern eine enorme Menge an Rechenleistung, die derzeit nur durch spezialisierte HPC-Systeme bereitgestellt werden kann. Bisher dominieren vor allem amerikanische und chinesische Anbieter den Markt für KI-Modelle – ein Umstand, der Europa vor die Herausforderung stellt, eigene, vertrauenswürdige und wettbewerbsfähige Lösungen zu entwickeln.
Dazu ist nicht nur die Weiterentwicklung von Algorithmen entscheidend, sondern auch die Bereitstellung ausreichender Rechenressourcen in Form von Hochleistungsrechenzentren. Hierbei spielen staatliche Investitionen, ein innovationsfreundliches regulatorisches Umfeld und gezielte Förderung von Forschungseinrichtungen eine zentrale Rolle. Daran änderen auch die aktuellen Entwicklungen zur effizienten Gestaltung von LLMs (siehe z.B. deepseek) grundsätzlich nichts.
Andreas Weiss, Geschäftsführer von eco – Verband der Internetwirtschaft e.V., betont: „Europa benötigt dringend eigene Hochleistungsrechenkapazitäten, um unabhängig und konkurrenzfähig im Bereich der generativen KI zu bleiben. Ohne diese essenzielle Infrastruktur laufen wir Gefahr, in der Entwicklung leistungsfähiger LLMs dauerhaft hinterherzuhinken oder werden ganz zu Konsumenten degradiert. Unser Ziel muss es sein, europaweit skalierbare und sichere KI-Infrastrukturen aufzubauen, die unseren hohen Anforderungen an Datenschutz, Vertrauenswürdigkeit und Innovation gerecht werden.“
Der Aufbau leistungsstarker und nachhaltiger HPC-Infrastrukturen ist daher nicht nur eine technologische, sondern auch eine strategische Notwendigkeit für Europa. „Ohne eigene Supercomputing-Ressourcen, die auf die Anforderungen von LLMs optimiert sind, droht ein erheblicher Wettbewerbsnachteil in der digitalen Souveränität“, erklärt Weiss und ergänzt: „Daher sind verstärkte Investitionen und koordinierte Anstrengungen von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik erforderlich, um die Basis für eine unabhängige und innovative europäische KI-Entwicklung zu schaffen.“
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